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Die letzten
schönen Sonnentage Anfang September 2008 in Norddeutschland
kündigten den Abschied des Sommers an.
Grund genug, meine Geburtsstadt Wilhelmshaven nach 2 Jahren wieder einmal
aufzusuchen, um ein bisschen Meeresluft zu schnuppern -
einfach so ganz spontan.
Mit dem Niedersachsenticket für 19 Euro in der Hand und einer neuen
(etwas schwergewichtigen) Kamera im Rucksack
ging
es auf nach Wilhelmshaven.
Nach vier Bummelzugstunden empfing mich Wilhelmshaven mit strahlendem
Sonnenschein, wolkenlosem Mittagshimmel und einer kräftigen
Briese aus Nordost. |

Ankunft im Wilhelmshavener Bahnhof "in" der Nordsee Passage

Bei steifem Nordostwind und wolkenlosem Himmel zeigen sich Häfen und
Meer
von ihrer schönsten Seite.
Hier: Der GROSSE HAFEN, Fußweg zwischen Bontekai und Deich-Brücke

GROSSER HAFEN, Blick
in Richtung KW-Brücke

Die Deich-Brücke.
Dahinter beginnt der Handelshafen (ehem. Strombauhafen und Kohlehafen)
der am westlichen Ende von der "Rüstringer Brücke"
überspannt wird.
Hinter der Rüstringer Brücke beginnt der Kanalhafen, der in den
Ems-Jade-Kanal
mündet.
(Wilhelmshaven - Aurich - Emden)

GROSSER HAFEN, Blick in Richtung KW-Brücke

Die Deich-Brücke

Endlich das "Meer" .... der sogenannte
Jadebusen.
Hier der Banter Seedeich in Blickrichtung Mariensiel.

Blick in Richtung
Fliegerablaufbahn und Südstrand

Momente zum
Verweilen






Am Strand tummeln
sich Steinwälzer (Arenaria interpres)

Ein Steinwälzer -
um diese Jahreszeit im Schlichtkleidkleid

Der Steinwälzer
ist ca. 23cm groß

Der Südstrand im
Bereich des ehemaligen "Planschbeckens"
Das Planschbecken war eine kleine Badebucht, die durch einen Steindamm
vom Meer abgetrennt war.
Bei Niedrigwasser blieb somit ein minimaler Wasserstand erhalten -
zur Freude der Kinder.
Wegen der zunehmenden Verschlickung und einiger tragischer Badeunfälle
wurde das Gelände
im Rahmen der notwendigen Deicherhöhung in den 60er Jahren
aufgeschüttet
.

Blick vom Ende des Fliegerdeichs auf den
Südstrand.
Im Vordergrund die Skulpturen
Windwächter

Beginn der
Südstrandpromenade.
Früher führte hier die einzige Straße den
gesamten Verkehr
zur Strandhalle,
zur Schleuseninsel und zu den Anlegestellen der Bäderschiffe.
Mit der Deicherhöhung als Hochwasserschutz wurde die Straße an die
Rückseite
der Strandhotels verlegt und es entstand eine herrliche
Strandpromenade.

Das Strandhotel
"Seerose" direkt an der Promenade ... ein Ort der Entspannung
und mehr ... ;)
WebCam
mit Blick auf die Promenade

Der Südstrand ist
ein "grüner Strand" mit Steinufer - also ohne
vorgelagerte trockene Sandzone
wie man es von den Insel kennt.
Bei Niedrigwasser wird das (hier weiche) Watt frei - seit einigen Jahren
gesäumt mit einem schmalen Sandstreifen.
Bei Hochwasser reicht das Wasser bis an das Steinufer.

Das Ende des
Südstands mit der Strandhalle und dem
Seewasseraquarium
Links unterhalb befindet sich im Vorhafen der ehemaligen
1.Einfahrt die Kaianlage für Bäder- und Fährschiffe .
Ganz rechts am Bildrand liegt ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Partnerschaft
zwischen der historischen schottischen Hauptstadt Dunfermline (Danförmlin
gesprochen) und Wilhelmshaven.

Die 1.
Einfahrt ( heute Seeschleuse)
mit dem ehem.
Schleusenwärterhaus (heute Lotsenstation).
Sie war nach Ende des Krieges lange Zeit die einzige Verbindung zwischen
Hafen und Meer
weil die Alliierten die übrigen 3 großen Schleusen zerstört hatten.
Handelschiffe und die Marieneinheiten (so auch der erste deutsche
Zerstörer Z1) passierten
durch diese kleine Schleuse.
Mit Wiederaufbau der 4.Einfahrt in den 60er Jahren hatte die 1.Einfahrt an
Bedeutung verloren.
Die Folge: Klappbrücke, Seetor und hafenseitiger Schwimmponton wurden
ab 1964 demontiert.
Seit dem verbindet eine feste Straße die "Schleuseninsel" mit
dem Südstrand.
WebCAM
vom Funkmast mit verschieden Blickrichtungen

Die Nassaubrücke
am Fluthafen.
Der Fluthafen ist der einzige nicht durch Schleusen geschützte
Hafen.
Um Probleme beim Festmachen der Schiffe durch den Tidenhub von ca. 3,5m
zu vermeiden
hat man einen Schwimmponton als Anlegeplatz geschaffen,
der durch eine bewegliche Brücke erreichbar ist,
die je nach Wasserstand eine unterschiedliche Fahrbahnneigung hat.
Früher lagen am Schwimmponton nur Fischkutter und ein
Seenotrettungskreuzer
Mit Errichtung des
Ölhafens 1958 wurde der Schwimmponton
zur Aufnahme von Versorger - und
Kurierschiffen erweitert.
.
Links die Liegeplätze des WSV (Wilhelmshavener Segelclub).

Durch die zunehmende Verschlickung des kleinen Fluthafens werden in
absehbarer Zeit
die größeren Segelboote
auf andere Liegeplätze ausweichen müssen.

Früher gab es keinen Schwimmsteg - die Boote wurden an jeweils eigenen
Ankerbojen festgemacht.
Die Boote konnten nur auf dem Wasserweg mit Hilfe eins kleinen Kahns - dem sogenannten
"Moses" erreicht werden.
Fr

Im Vordergrund der
treue "Moses".
Seit über 50 Jahren hat er unzählige Male Generationen von Seglern und
Seglerbräuten
samt Material und Proviant
zwischen Liegeplätzen und Ponton transportiert ....
... natürlich mit
Muskelkraft durch ein Ruder am Heck.
Fortbewegen mit nur 1 Ruder am Heck in einer Ducht ? Ja, das nennt man
Wriggen

Die alte Slipanlage an der Mündung des Fluthafens.

Die Seeseite der ehemaligen 2. Einfahrt
Auch diese Schleuse wurde nach Kriegsende zugeschüttet - seit dem
verschlickt der ehemalige Vorhafen.

Ebbe + Flut
hinterlassen im Watt des Vorhafens interessante Konturen

... aus der Nähe betrachtet

Leuchtturm
Arngast
Von der Mole der 2. Einfahrt hat man einen guten Blick auf
"Leuchtturm Arngast",
der mitten im Jadebusen mit einer Lichtpunkthöhe von 30m sein Feuer bis
zu 16 sm in das Jadefahrwasser strahlt.
Der Leuchtturm Arngast wurde 1910 erbaut und wird seit 1968
ferngesteuert.
Im Vordergrund der 5km lange "Leitdamm", (ehem. Krügerdamm) der
bei HW überspült
und erst bei halber Tide
"erscheint" und somit durch die künstliche Verengung des Fahrwassers
die Strömung verstärkt und damit ein Versanden der Innenjade und
des Fahrwassers mildert.
An dieser Stelle strömen pro Tide je 450 Moi Kubikmeter Wasser in und
aus dem Jadebusen.
Die gelbe Untiefentonne zeigt nach rechts - also auflaufendes Wasser
Dahinter das zerfallende "Krügerdenkmal" - ein auch bei HW
sichtbarer ehem. Molenkopf.

Die
"Windsbraut" :)
am
Fluthafen

Der Weg zurück führt vorbei an den schwimmenden Exponaten des
Marinemuseums.
Hier der
Zerstörer "Mölders" D186 und das Minenjagdboot
"Weilheim" M1077
am Verbindungshafen in "Rufweite" der KW-Brücke.

Auf dem Rückweg: Abschied vom Südstrand.
Die Kaiser Wilhelm Brücke führt zurück zur Südstadt
und den nördlichen Kaianlagen des GROSSEN HAFEN.

Blick von der
Brücke auf die Museumsschiffe im GROSSEN HAFEN
mit den Kaianlagen der Bontebrücke.

Blick auf den GROSSEN
HAFEN und den Fliegerdeich

Die
Kaiser Wilhelm
Brücke ist das Wahrzeichen Wilhelmshavens.
Sie wurde 1907 als größte Drehbrücke Europas eingeweiht.
( Stützweite 159m, Breite 8m, Durchfahrtshöhe 9m)

Liegeplatz der
Museumsschiffe

Der
neugestaltete Bontekai mit Wohnpark
Am Bontekai begegnet einem zu Hafen- und Stadtfesten die maritime
Vielfalt.
So waren Groß- und Traditionssegler zu Gast - wie die die
Vier-Mast-Bark SEDOV
oder das norwegischen Dreimastschiff "Sorlandet"
WebCam
mit frei wählbaren Ansichten des Hafens
Das war aber nicht immer so ......
Der Bontekai mit dem "Bonteheim" (Zufahrt über die
Weser/Neckarstraße) wurde in einem breiten Abschnitt von 1947
bis 1957 von den britischen Stationierungsstreitkräften
(British Army ) genutzt.
Ein durchgehender Bummel - so wie hier im Bild - zwischen Deich-
und K.W-Brücke direkt am Kai war daher leider nicht
möglich.
Die Freigabe des Bontekais mit dem Gelände durch die British
Army erfolgte 1957 nach Bereitstellung von Ersatzgelände
"rund um den Banter See".
1972 wurden die letzten belegten Gebäude ihrer 1947 für die
Kinder der Army errichteten Prince
Rupert School am Fliegerdeich und am Banter See an die Stadt
Wilhelmshaven zurück gegeben.
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Im Foto als
"Dauerlieger" das ex 'Schnelle Minensuchboot' Steinbock
der Marinejugend an der Bonte-Brücke.
Rechts hinter den Bäumen verdeckt, liegt das Projekt "Expo am Meer
200" OCEANIS . Diese Anlage wurde jedoch mangels
Nachfrage am 25.10.2009 geschlossen.
Oceanis war 2000 in das nach dem Kriege seit 1951 durch die Kammgarnspinnerei
Müller&Raschig genutzte
Gebäude
eingezogen.
Ganz rechts die Gebäude der ehemaligen "FMW - Förderanlagen+
Maschinenbau".
Dieser ganze Komplex ist 1917/18 als Produktionsstätte der Kaiserlichen
Marine gebaut worden.
An dieser Stelle wurde die am 6. Juni 1956 eintreffenden ersten Schiffe
der neuen Bundesmarine
in Wilhelmshaven empfangen. An Bord der damalige
Verteidigungsminister F.J. Strauß.
.... und ich als 13er Bub am Kai :)
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Blick vom Bontekai / Kanalstraße auf die ehemalige
"Jahn-Halle"( Weser/Ecke Neckarstraße).
Dieses Gebäude beherbergte ab 1951 u.a. eine Konservenfabrik.
Ein Investor rettete 50 Jahre später dieses architektonisch
anspruchsvolle Gebäude vor dem Abriss.
2006 zog das Küstenmuseum hier ein.

Seit 1933 das
Wohnhaus meiner Eltern in
der Weserstraße (ehem. Kaiserstraße)
in "Alt-Wilhelmshaven (einer der "Keimzellen" des Ur-Wilhelmshaven)3

... vis a vis

Die "33"
:)

Eingang
Allerstraße (über den Hof)

Eingang Allerstraße (über den Hof) er den H
of
Ergänzende Motive aus 2001

Blick von der Rheinstraße (ehem. Roonstraße) in die Allerstraße
(ehem. Kronenstraße)
Rechts meine erste Schule, die GS Allerstraße, die ab dem Schuljahr
2008/2009 zusammen
mit der
GS Oldoogschule in die neu eingerichtete GS Rheinstraße umziehen
wird.
(ehem. Realschule Rhein- / Virchowstr. "Helene-Lange-Schule" )
Die Birkenreihe auf der rechten Seite entlag der Schulhofgrenze hat
meine Klasse
1958 zum "Tag des Baumes" gepflanzt ;)
Links hinten im Bild mein Elternhaus.

Vom Glanz
der ehemaligen Hauptgeschäftsstraße "Rhoonstraße"
mit repräsentativen Wohn- und Geschäftshäusern erinnern nur
noch verborgene Details.
Das Fotos zeigt das 1922 vollendete Säulenportal mit dem
Brunnen vor der Hasusnummer 100.
Bereits 1908 zog die Wilhelmshavener Sparkasse in das
rückliegende Gebäude ein.
Rechts der ehem.
Milchladen von Frau Baumann.
Links am Bildrand ist das sogen. "Große Haus" gerade noch zu
erahnen, einem wunderbaren Backsteinbau mit Arkaden-Loggien
(Architekt Ludwig Klingenberg 1840-1924). In der langen
Ladenzeile bis zur Allerstraße waren in den Nachkriegsjahren untergebracht u.a. das Waffengeschäft Evers,
Friseur Angelroth und Fahrrad Schmidt.
Dieser Stadtteil - genannt "Roonstraßen-Viertel" - war einst das Zentrum des frühen Wilhelmshaven
u.a. mit der
Garnisonskirche, dem Lazarett, dem Gas- u. E-Werk, der
Südzentrale, dem
Wilhelmshavener Rathaus, dem kaiserlichem Postamt (dessen Kupferdach am Ölhafen ein neue Bleibe gefunden hat)
und natürlich der Marinewerft, sowie den Kasernen und Hafenanlagen.
Nach 1945 wurde alle Straßen nach Flüssen umbenannt.
Nach Ende des 2.Weltkrieges mit den Kriegsfolgen erheblicher Zerstörungen
bzw späterer Demontage oder Sprengung von Werft, Docks, Schleusen, Häfen
und Infrastruktur durch Alliierte verwaiste
der Stadtteil zunehmend.
Seit der Umleitung des regen Fahrzeugaufkommens zum
Südstrand und zu den Bäderschiffen auf die parallele
Südumgehung (Grodendamm) wurde es recht still in der
Rheinstraße.
Unter dem Motto "Die Zukunft im Süden" versucht man
aber seit einigen Jahren das eine oder andere Kleinod
der Baukunst und vor allem die einmalige günstige Lage
zwischen City und Meer wieder in das Bewusstsein zu holen.
Man spricht neuerdings wieder von der Südstadt als Keimzelle
Wilhelmshavens und schenkt ihr verstärkt die Aufmerksamkeit,
die sie eigentlich verdient.
Für Sie entdeckt: Eine interessante Beilagenserie der Wilhelmshavener
Zeitung "Zukunft
im Süden"
(Div. Downloads PDF).
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Das Westgebäude der ehemalige Torpedokaserne.
Die Torpedokaserne in seiner ganzen Ausdehnung entlang der Rhein- /
Ebertstraße wurde
in den 60er Jahren total renoviert und der Bundesmarine
zugeführt.
Im hier abgebildeten Westteil der
Torpedokaserne befand sich seit Kriegsende bis vor kurzem die
Wilhelmshavener Polizei.

Nach 4 Stunden Aufenthalt in W'haven ging es nach einem leckeren Cappu
im Cafe der Nordseepassage
wieder in Richtung Wolfsburg. .... Nur wenige Schritte bis zum Bahnhof

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