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Impressionen 2008
aus Wilhemshaven

Mein spontaner Kurzbesuch am 13. September 2008 an einem der letzten schönen Spätsommertage.

Manfred Borgwardt, Wolfsburg   borgwardt24.de  
Ausgabe: 23.1.2010
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Die letzten schönen Sonnentage Anfang September 2008 in Norddeutschland
kündigten den Abschied des Sommers an.

Grund genug, meine Geburtsstadt Wilhelmshaven nach 2 Jahren wieder einmal aufzusuchen, um ein bisschen Meeresluft zu schnuppern - einfach so ganz spontan.

Mit dem Niedersachsenticket für 19 Euro in der Hand und einer neuen (etwas schwergewichtigen) Kamera im Rucksack 
ging es auf nach Wilhelmshaven. 

Nach vier Bummelzugstunden empfing mich Wilhelmshaven mit strahlendem Sonnenschein, wolkenlosem Mittagshimmel und einer kräftigen Briese aus Nordost.







Ankunft im Wilhelmshavener Bahnhof "in" der Nordsee Passage







Bei steifem Nordostwind und wolkenlosem Himmel zeigen sich Häfen und Meer
von ihrer schönsten Seite.
Hier: Der GROSSE HAFEN, Fußweg zwischen Bontekai und Deich-Brücke








GROSSER HAFEN, Blick in Richtung KW-Brücke







Die Deich-Brücke.

Dahinter beginnt der Handelshafen (ehem. Strombauhafen und Kohlehafen)
der am westlichen Ende von der "Rüstringer Brücke" überspannt wird.
Hinter der Rüstringer Brücke beginnt der Kanalhafen, der in den    Ems-Jade-Kanal mündet.
(Wilhelmshaven - Aurich - Emden)







GROSSER HAFEN, Blick in Richtung KW-Brücke








Die Deich-Brücke








Endlich das "Meer" .... der sogenannte    Jadebusen.
Hier der Banter Seedeich in Blickrichtung Mariensiel.








Blick in Richtung Fliegerablaufbahn und Südstrand







Momente zum Verweilen











































Am Strand tummeln sich Steinwälzer (Arenaria interpres)









Ein Steinwälzer - um diese Jahreszeit im Schlichtkleidkleid






Der Steinwälzer ist ca. 23cm groß







Der Südstrand im Bereich des ehemaligen "Planschbeckens"

Das Planschbecken war eine kleine Badebucht, die durch einen Steindamm vom Meer abgetrennt war.
Bei Niedrigwasser blieb somit ein minimaler Wasserstand erhalten  - zur Freude der Kinder.
Wegen der zunehmenden Verschlickung und einiger tragischer Badeunfälle wurde das Gelände
im Rahmen der notwendigen Deicherhöhung in den 60er Jahren aufgeschüttet
.






Blick vom Ende des Fliegerdeichs auf den Südstrand.
Im Vordergrund die Skulpturen "Windwächter"







Beginn der  Südstrandpromenade.
Früher führte hier die einzige Straße  den gesamten Verkehr zur Strandhalle,
 zur Schleuseninsel und zu den Anlegestellen der Bäderschiffe.
Mit der Deicherhöhung als Hochwasserschutz wurde die Straße an die Rückseite 
der Strandhotels verlegt und es entstand eine herrliche Strandpromenade. 








Das Strandhotel "Seerose" direkt an der Promenade ... ein Ort der Entspannung und mehr ... ;)

   WebCam mit Blick auf die Promenade (extern)







Der Südstrand ist ein "grüner Strand" mit Steinufer -  also ohne vorgelagerte trockene Sandzone
wie man es von den Insel kennt.

Bei Niedrigwasser wird das (hier weiche) Watt frei - seit einigen Jahren gesäumt mit einem schmalen Sandstreifen.
Bei Hochwasser reicht das Wasser bis an das Steinufer.








Das Ende des Südstands mit der Strandhalle und dem    Seewasseraquarium
Links unterhalb befindet sich im Vorhafen der ehemaligen 1.Einfahrt die Kaianlage für Bäder- und Fährschiffe .
Ganz rechts am Bildrand liegt ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Partnerschaft 
zwischen der historischen schottischen Hauptstadt Dunfermline (Danförmlin gesprochen) und Wilhelmshaven.







Die  1. Einfahrt ( heute Seeschleuse)
mit dem ehem. Schleusenwärterhaus (heute Lotsenstation).

Sie war nach Ende des Krieges lange Zeit die einzige Verbindung zwischen Hafen und Meer
weil die Alliierten die übrigen 3 großen Schleusen zerstört hatten.
Handelschiffe und die Marieneinheiten (so auch der erste deutsche Zerstörer Z1) passierten 
durch  diese kleine Schleuse.

Mit Wiederaufbau der 4.Einfahrt in den 60er Jahren hatte die 1.Einfahrt an Bedeutung verloren.
Die Folge: Klappbrücke, Seetor und hafenseitiger Schwimmponton wurden ab 1964 demontiert.
Seit dem verbindet eine feste Straße die "Schleuseninsel" mit dem Südstrand.

  WebCAM vom Funkmast mit verschieden Blickrichtungen







Die Nassaubrücke am Fluthafen.

Der Fluthafen ist der einzige nicht durch Schleusen geschützte Hafen. 
Um Probleme beim Festmachen der Schiffe durch den Tidenhub von ca. 3,5m zu vermeiden
hat man einen Schwimmponton als Anlegeplatz geschaffen, 
der durch eine bewegliche Brücke erreichbar ist, 
die je nach Wasserstand eine unterschiedliche Fahrbahnneigung hat.

Früher lagen  am Schwimmponton nur Fischkutter und ein Seenotrettungskreuzer
Mit Errichtung des Ölhafens 1958 wurde der Schwimmponton 
 zur Aufnahme von Versorger - und Kurierschiffen erweitert.
 .
Links die Liegeplätze des WSV (Wilhelmshavener Segelclub).






Durch die zunehmende Verschlickung des kleinen Fluthafens werden in absehbarer Zeit
 die größeren Segelboote  auf andere Liegeplätze ausweichen müssen.







Früher gab es keinen Schwimmsteg - die Boote wurden an jeweils eigenen Ankerbojen festgemacht.
Die Boote konnten nur auf dem Wasserweg  mit Hilfe eins kleinen Kahns - dem sogenannten "Moses" erreicht werden.
 






Im Vordergrund der treue "Moses".
Seit über 50 Jahren hat er unzählige Male Generationen von Seglern und Seglerbräuten 
samt Material und Proviant zwischen Liegeplätzen und Ponton transportiert  ....
...  natürlich mit Muskelkraft durch ein Ruder am Heck.
Fortbewegen mit nur 1 Ruder am Heck in einer Ducht ? Ja, das nennt man   Wriggen






Die alte Slipanlage an der Mündung des Fluthafens.







Die Seeseite der ehemaligen 2. Einfahrt
Auch diese Schleuse wurde nach Kriegsende zugeschüttet  - seit dem verschlickt der ehemalige Vorhafen.






Ebbe + Flut hinterlassen im Watt des Vorhafens interessante Konturen








... aus der Nähe betrachtet









Leuchtturm Arngast

Von der Mole der 2. Einfahrt hat man einen guten Blick auf   "Leuchtturm Arngast",
der mitten im Jadebusen mit einer Lichtpunkthöhe von 30m sein Feuer bis zu 16 sm in das Jadefahrwasser strahlt.
Der Leuchtturm Arngast wurde 1910 erbaut und wird seit 1968 ferngesteuert.

Im Vordergrund der 5km lange "Leitdamm", (ehem. Krügerdamm) der bei HW überspült 
und erst bei halber Tide "erscheint" und somit durch die künstliche Verengung des Fahrwassers
die Strömung verstärkt  und damit ein Versanden der Innenjade und des Fahrwassers mildert.
An dieser Stelle strömen pro Tide je 450 Moi Kubikmeter Wasser in und aus dem Jadebusen.

Die gelbe Untiefentonne zeigt nach rechts - also auflaufendes Wasser
Dahinter das zerfallende "Krügerdenkmal" - ein auch bei HW sichtbarer ehem. Molenkopf.








Die "Windsbraut"  :)
am Fluthafen





Der Weg zurück führt vorbei an den schwimmenden Exponaten des   Marinemuseums.
Hier der    Zerstörer "Mölders" D186 und das Minenjagdboot "Weilheim" M1077
am Verbindungshafen in "Rufweite" der KW-Brücke.






Auf dem Rückweg: Abschied vom Südstrand.
 
Die Kaiser Wilhelm Brücke führt zurück zur Südstadt 
und den nördlichen Kaianlagen des GROSSEN HAFEN.







Blick von der Brücke auf die Museumsschiffe im GROSSEN HAFEN
mit den Kaianlagen der Bontebrücke.








Blick auf den GROSSEN HAFEN und den Fliegerdeich








Die    Kaiser Wilhelm Brücke ist das Wahrzeichen Wilhelmshavens.
Sie wurde 1907 als größte Drehbrücke Europas eingeweiht.
( Stützweite 159m,  Breite  8m, Durchfahrtshöhe 9m)







Liegeplatz der Museumsschiffe





Der neugestaltete Bontekai mit Wohnpark

Am Bontekai begegnet einem zu Hafen- und Stadtfesten die maritime Vielfalt.
So waren Groß- und Traditionssegler zu Gast -  wie die die Vier-Mast-Bark SEDOV 
oder das norwegischen Dreimastschiff "Sorlandet"


Das war aber nicht immer so ......

Der  Bontekai mit dem "Bonteheim" (Zufahrt über die Weser/Neckarstraße) wurde in einem breiten Abschnitt von 1947 bis 1957 von den britischen Stationierungsstreitkräften (British Army ) genutzt. 
Ein durchgehender Bummel - so wie hier im Bild - zwischen Deich- und K.W-Brücke direkt am Kai war daher leider nicht möglich. 

Die Freigabe des Bontekais mit dem Gelände durch die British Army erfolgte 1957 nach Bereitstellung von Ersatzgelände "rund um den Banter See".

1972 wurden die letzten belegten Gebäude ihrer 1947 für die Kinder der Army errichteten Prince Rupert School am Fliegerdeich und am Banter See an die Stadt Wilhelmshaven zurück gegeben.









Im Foto als "Dauerlieger"  das ex 'Schnelle Minensuchboot' Steinbock der Marinejugend an der Bonte-Brücke.

Rechts hinter den Bäumen verdeckt, liegt das Projekt "Expo am Meer 200" OCEANIS . Diese Anlage wurde jedoch mangels Nachfrage am 25.10.2009 geschlossen.
Oceanis war 2000 in das nach dem Kriege seit 1951 durch die Kammgarnspinnerei Müller&Raschig genutzte Gebäude
eingezogen. 

Ganz rechts die Gebäude der ehemaligen "FMW - Förderanlagen+ Maschinenbau".

Dieser ganze Komplex ist 1917/18 als Produktionsstätte der Kaiserlichen Marine gebaut worden. An dieser Stelle wurde die am 6. Juni 1956 eintreffenden ersten Schiffe der neuen Bundesmarine  in Wilhelmshaven empfangen. An Bord der damalige Verteidigungsminister F.J. Strauß. .... und ich als 13er Bub am Kai :)









Blick vom Bontekai / Kanalstraße auf die ehemalige "Jahn-Halle"( Weser/Ecke Neckarstraße).
Dieses Gebäude beherbergte ab 1951 u.a. eine Konservenfabrik.
Ein Investor rettete 50 Jahre später dieses architektonisch anspruchsvolle Gebäude vor dem Abriss.
 2006 zog das Küstenmuseum hier ein. 








Seit 1933 das Wohnhaus meiner Eltern in der Weserstraße (ehem. Kaiserstraße)
in "Alt-Wilhelmshaven (einer der "Keimzellen" des Ur-Wilhelmshaven)







.. vis a vis







Die "33" :)







Eingang Allerstraße (über den Hof)







Eingang Allerstraße (über den Hof) er den H of


Ergänzende Motive aus 2001








Blick von der Rheinstraße (ehem. Roonstraße) in die Allerstraße (ehem. Kronenstraße)
Rechts meine erste Schule, die GS Allerstraße, die ab dem Schuljahr 2008/2009  zusammen
 mit der  GS Oldoogschule in die neu eingerichtete GS Rheinstraße umziehen wird. 
(ehem. Realschule Rhein- / Virchowstr. "Helene-Lange-Schule" )

Die Birkenreihe auf der rechten Seite entlag der Schulhofgrenze hat meine Klasse
 1958  zum "Tag des Baumes" gepflanzt ;)

Links hinten im Bild mein Elternhaus.








Vom Glanz der ehemaligen Hauptgeschäftsstraße "Rhoonstraße" mit repräsentativen Wohn- und Geschäftshäusern erinnern nur noch verborgene Details.

Das Fotos zeigt das 1922 vollendete Säulenportal mit dem Brunnen vor der Hasusnummer 100. 
Bereits 1908 zog die Wilhelmshavener Sparkasse in das rückliegende Gebäude ein.
Rechts der ehem. Milchladen von Frau Baumann.
Links am Bildrand ist das sogen. "Große Haus" gerade noch zu erahnen, einem wunderbaren Backsteinbau mit Arkaden-Loggien (Architekt Ludwig Klingenberg 1840-1924). In der langen Ladenzeile bis zur Allerstraße waren in den Nachkriegsjahren untergebracht u.a. das Waffengeschäft Evers, Friseur Angelroth und Fahrrad Schmidt.

Dieser Stadtteil - genannt "Roonstraßen-Viertel" - war einst das Zentrum des frühen Wilhelmshaven
u.a. mit der   Garnisonskirche, dem Lazarett, dem Gas- u. E-Werk, der   Südzentrale, dem Wilhelmshavener Rathaus, dem kaiserlichem Postamt (dessen Kupferdach am Ölhafen ein neue Bleibe gefunden hat) und natürlich der Marinewerft, sowie den Kasernen und Hafenanlagen.

Nach 1945 wurde alle Straßen nach Flüssen umbenannt.

Nach Ende des 2.Weltkrieges mit den Kriegsfolgen erheblicher Zerstörungen bzw späterer Demontage oder Sprengung von Werft, Docks, Schleusen, Häfen und Infrastruktur durch Alliierte verwaiste der Stadtteil zunehmend.

Seit der Umleitung des regen Fahrzeugaufkommens  zum Südstrand und zu den Bäderschiffen auf die parallele Südumgehung (Grodendamm) wurde es recht still in der Rheinstraße.

Unter dem Motto "Die Zukunft im Süden" versucht man aber seit einigen Jahren das eine oder andere Kleinod
der Baukunst  und vor allem die einmalige günstige Lage zwischen City und Meer wieder in das Bewusstsein zu holen.  Man spricht neuerdings wieder von der Südstadt als Keimzelle Wilhelmshavens und schenkt ihr verstärkt die Aufmerksamkeit, die sie eigentlich verdient.





Das Westgebäude der ehemalige Torpedokaserne. 
Die Torpedokaserne in seiner ganzen Ausdehnung entlang der Rhein- / Ebertstraße wurde
 in den 60er Jahren total renoviert und der Bundesmarine zugeführt.
Im hier abgebildeten Westteil der Torpedokaserne befand sich seit Kriegsende bis vor kurzem die Wilhelmshavener Polizei.








Nach 4 Stunden Aufenthalt in W'haven ging es nach einem leckeren Cappu im Cafe der Nordseepassage
wieder in Richtung Wolfsburg. .... Nur wenige Schritte bis zum Bahnhof





Ich hoffe, die kleine Fotoreise hat auch Sie erfreut :)
Wegen des tiefblauen Himmels und zugleich tiefstehender "roter" Sonne
war es nicht immer möglich, die Motive in frischen, natürlichen Farben einzufangen.

Wenn Sie mir einige Zeilen mit Anregungen oder Fragen senden möchten,
gerne bitte hier:  mail@borgwardt24.de


Zu guter Letzt noch einige Links:
- Die aktuelle    Gezeitenangabe für Wilhelmshaven, Alter Vorhafen.
- Wilhelmshaven bei wikipedia.

Lust auf einen Besuch in meiner Fotogalerie?
  Herzlich Willkommen bei borgwardt24.de






Impressum: Manfred Borgwardt, 38448 Wolfsburg, mail@borgwardt24.de
borgwardt24.de







Fotos: Manfred Borgwardt,
Kamera: Canon EOS 450D mit
Sigma Zoom 18 - 200mm
1:3,5-6.3 DC OS